Versammlungsverbot

Das Wirken der Nationalsozialisten war jedoch erst am Anfang. Anschließend gab es auch für den Katholische Gesellenverein Kirchseeon ein „Versammlungsverbot“wie es in der Chronik schlicht heißt. Am 10. Oktober 1935 schreibt der Senior Alois Birner voll Wehmut:

„Mit heutigem hab ich, so leid es mir tut, die Leitung des Gesellenvereins als Verein niedergelegt. Nach endgültiger Meldung der noch vorhandenen Mitglieder in Köln wurde der Verein von Köln aus eingestellt. Die restlichen aktiven Mitglieder werden nun als Einzelmitglieder von Köln aus betreut (Birner Alois, Hollerieth Konrad und Ostermeier Matthias). Der Kassenbestand von RM 301,80 welcher bei der Darlehenskasse angelegt war, ist laut Statut der Kirchenverwaltung der Ortes zugeschrieben worden und das Konto gelöscht. Die Fahne, die Bänder, Schürzen und Bannerkleidung wurde in der Wohnung des H.H. Expositus aufbewahrt. ....“.

Damit war auch das Vereinsleben der Kolpingsfamilie offiziell zum Erliegen gebracht. Alois Birner hielt die Verbindung zur Zentrale in Köln aufrecht. Der beginnende 2. Weltkrieg machte auch dem ein Ende. Der Naziterror und das Sterben im Krieg machte auch bei vielen treuen Kolpingsöhnen aus Kirchseeon keine Ausnahme. Im Heimatbuch des Marktes Kirchseeon vom Jahre 1989 finden sich unter der Rubrik „Die Opfer der beiden Weltkriege“ manche Namen von ehemaligen Mitgliedern des Katholischen Gesellenvereins, die ihr junges Leben sinnlos opfern mußten. Der Rest war verwundet an Leib und Seele. Und dennoch ging es wieder weiter.

 

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